Freitag, 27. Juli 2012

Vorbereitungen...


Nachdem ich in den letzten Wochen die Fundamente für unsere neue Scheune vorbereitet habe, und sie nun endlich fertig sind, habe ich heute begonnen, Teile des geistlichen Programmes vorzubereiten, hier ein kleiner Ausschnitt:

Der reiche Jüngling

Lukas 18,18-27

Bin ich bereit im Zweifel alles aufzugeben ?
Der Jüngling dachte, es geht darum, Regeln einzuhalten, ein Leben zu leben, das kalkulierbar ist, doch als Jesus von ihm etwas verlangte, was nicht mehr kalkulierbar war, all seinen Reichtum aufzugeben, das war zu viel. Wie sollte er weiter leben wenn er nichts mehr hatte? Wovon sollte er leben?
Er dachte an sich, sein Leben, seine Fähigkeiten, vielleicht auch was er in seinem Leben erreicht hat. Und genau das alles sollte er nun aufgeben. Als ich das gelesen habe, wurde mir klar, warum es dem Jüngling unmöglich war, zu sagen, "OK, egal was du verlangst, ich tu es". Er lebte wie ein Mensch, egoistisch, auf sich gerichtet. Er hatte keine wirkliche Beziehung zu Gott unserem Vater. Und warum? Weil er immer nach Regeln gelebt hat. Wenn wir nur nach Regeln leben entsteht kein Vertrauen, denn alles ist in klaren Verhältnissen. Wenn etwas schief geht, dann hat irgendjemand etwas verbockt!
Kommt euch das bekannt vor?
Ist das nicht das, was wir täglich erleben? Jemand macht einen Fehler, man weiß nicht genau wer es war. Doch bevor man das Problem löst, sucht man den Schuldigen …
Regeln sind nicht schlecht. Ich denke, wir brauchen gewisse Regeln, um mit anderen Menschen zu leben oder zu arbeiten, doch wenn mein ganzes Leben auf den Regeln und Gesetzen (die sowieso ständig hin und her gedreht werden, wie es grad geschickt ist) basiert, dann werde ich früher oder später Probleme bekommen.
Jesus spricht diese hier klar an, denn mehr oder weniger sagt er hier: Du hast die
Regeln eingehalten, sehr gut, aber vertraust du mir auch? Kennst du mich eigentlich oder lebtest du bis jetzt nur nach Regeln, ohne mich zu kennen?

Kennst du Jesus wirklich oder lebst du eher nach gewissen Regeln, die man dir beigebracht hat?

Ich bin gespannt wie die Woche wird. 

Die letzten Wochen war es extrem warm, oder eher gesagt, heiß bei uns, was das Vorbereiten der Fundamente noch einmal anstrengender machte. Außerdem hatte ich des öfteren keinen, der mir half, denn unsere Freiwilligen waren erst im Jungscharlager als Mitarbeiter und dann sind sie ja wieder nach Hause geflogen. Cipri, unser Koch, hat mir mal noch zwei Tage geholfen und den Rest hab ich dann voll alleine gemacht. Direkt nach Max-Bike wird dann eine Gruppe vom Seehaus in Leonberg kommen. Mit ihnen will ich dann die Scheune aufrichten. Ich bin echt gespannt, wie das klappt, denn ursprünglich ging ich davon aus, dass sie ein paar Zimmerleute mitbringen, doch nun kommt leider keiner mit. Ich bin gespannt wie es wird. Ich freu mich jedenfalls darauf. Wenns klappt wollen wir auch ein Gefängnisbesuch machen.

Vor das Volleyballfeld soll die Scheune, u-förmig sieht man die Fundamente und vorne sind noch zwei. Links liegt ein Teil des Holzes für die Scheune

Neben vielen Vorbereitungen und Fragen beantworten gab es auch ein paar unangenehme Dinge in den letzten Wochen. Unsere Kläranlage ist eigentlich erst in einem kleinen Ausbaustadium, also für ca. 100 Personen, doch wir hatten nun mehrere Wochen deutlich mehr Leute auf dem Grundstück. Letzte Woche waren es dann 180 und das war dann doch etwas zu viel. Der Filter konnte leider das viele "Wasser" nicht schlucken. Irgendwann lief dann die ganze Brühe in den Filter daneben der eigentlich gerade leer war. Es blieb uns nichts anderes übrig, als die ganze Flüssigkeit so gut es ging herauszupumpen und dann Schip, Schip Hurraaa. Alles raus. Den Filter reinigen, neu aufbauen und dann wieder in Betrieb nehmen.
"Lecker arbeiten" wie der Holländer sagt. 
Nun funktioniert zum Glück alles wieder. Diese Woche sind wir nur um die 100 Personen, das hilft enorm.  
  
Rechts der eigentliche Filter der aber überlief, links hat sich dann die ganze Flüssigkeit gesammelt ...
Dank Claus Arnold aus Dettingen und seinem Team, haben wir nun auch ein neues Logo. Nun wollen wir neue Shirts machen und so ungefähr werden sie aussehen


Diese Woche waren wir mal wieder beim Doktor, um uns unseren Nachwuchs anzuschauen. Bisher scheint alles sehr gut zu sein. Der Doktor hat dann noch alles vermessen linke Elle - rechte Elle, linker Oberschenkel - rechter Oberschenkel usw. Er hat zwar die ganze Zeit dabei sein Gesicht seltsam verzogen, aber scheinbar sei alles völlig OK.
Es strampelt kräftig und entwickelt sich sehr gut.
Für Dagmar war die Hitze der letzten Wochen etwas schwieriger zu ertragen, aber sie legt sich dann Nachmittags ein wenig hin und dann gehts wieder weiter. Glück für sie, im Büro ist es schön kühl :-)

Nächsten Donnerstag wird leider Anja und Petras Verabschiedung sein. Sie werden nach über 7 Jahren hier im Team uns leider verlassen. Der Zustand der Räume und des Wohnblocks und unsere personelle Situation lässt eine Weiterführung der Arbeit in der jetzigen Form nicht zu.Wir haben uns daher entschlossen die sozialmissionarische Arbeit in der Villa Kunterbunt in der jetzigen Form vorerst zu beenden. Rebeca wird weiter bei PDF in der Freizeitarbeit und Jungschararbeit Micii Exploratori mitarbeiten.

Wir wünschen euch ein schönes und erholsames Wochenende!

Montag, 9. Juli 2012

Viel Abwechslung im Sommer

Vor 1,5 Wochen hat - wie wir schon berichtet haben - die Freizeitsaison bei uns begonnen und neben den vielen Kindern, die hier auf dem Gelände und im Gebäude herumwuseln haben wir auch immer wieder Mitarbeiterwechsel. Vor allem im Bereich Küche und Freizeitleitung.

Denis bereitet gerade das Fundament für eine neue Scheune vor, die als Unterstand für diverse Maschinen und Geräte und auch für die Müllpressung dienen soll. Im August erwarten wir eine Gruppe aus Deutschland, die dann beim Aufbau der Scheune mithelfen soll. Da es gerade ziemlich heiß ist, zehrt die Arbeit draußen auch sehr an den Körpern unserer Baujungs. Denis ist Abends meistens ziemlich K.O. Ich bin es aber auch, obwohl ich nicht draußen arbeite. Ich verbringe die meiste Zeit im kühlen Büro und widme mich Verwaltungsaufgaben. Ab und zu muss ich auch noch in die Stadt, um einzukaufen oder verschiedene Sachen mit Irina zu erledigen.

 Leider ist bei den Baggerarbeiten der letzten Woche ein Bolzen (Bild links oben) des Radladergelenks gebrochen, der gerade mal vor kurzer Zeit erneuert wurde. Denis hat ihn jetzt wieder zusammengeschweißt. Mal sehen, wie lange das hält.

Ich hatte letzte Woche ein kleines trauriges Erlebnis, gefolgt von einem Erfolgserlebnis. Denis und ich haben schon im Mai beobachtet, wie ein Schwalbenpärchen versucht hat, ein Nest über unserem Balkon zu bauen. Das hat nach mehreren Anläufen und vielen Tagen Arbeit dann auch geklappt, obwohl wir nicht sehr begeistert von der Idee waren. Nachdem das Nest fertig war, sind dann auch bald die Babies gekommen und letzte Woche haben wir sie zum ersten mal gesehen. Das war aber leider kein erfreulicher Anblick, denn sie waren mitsamt Nestresten auf unserem Balkon verstreut. Ein Baby hat den 2-Meter-Sturz leider nicht überlebt. Ich habe das kleine Unheil entdeckt und hatte keine Anhung, was ich tun sollte. Zuerst habe ich sie über Nacht alle Zusammen zu unserem Buchsbäumchen gelegt. Am nächsten Tag dann habe ich eine Eierschachtel besorgt und das neue Nest auf das Fensterbrett gelegt, in der Hoffnung, dass die Eltern sie finden und füttern würden. Naja, das hat leider nicht geklappt und so mussten sie einen Tag lang hungern. Eigentlich dachte ich ja, dass sie da draußen gegrillt werden, bei der Hitze. Aber sie haben den Tag und die Nacht überlebt. Am nächsten Morgen wollte ich dann was sinnvolleres tun und habe das neue Nest mit einer sehr fragwürdigen Konstruktion oberhalb unseres Balkonfensters angebracht. Als die Eltern wieder mal vorbeischauten waren sie sehr skeptisch. Sie haben einige Anläufe gebraucht, um sich an das Nest zu setzen. Ein ständiges Hin- und Hergeflatter gabs auf unserem Balkon. Aber nach einer Weile haben's die zwei dann doch gecheckt und endlich ihre drei Kinder gefüttert. Ich hab' mich sowas von gefreut.

Die drei plumpsen zwar regelmäßig aus dem Nest, weil sie einfach ein bisschen abenteuerlustig sind, aber sonst geht es ihnen gut.

Jedes mal, wenn wir jetzt am Balkon sitzen oder nur die Tür aufmachen, sind die Schwalbeneltern sehr aufgeregt und regen sich auf und geben dabei agressives Gezwitscher von sich. Zuerst unfähig sein und sich dann auch noch aufregen... Also von Dankbarkeit keine Spur. Tz, tz,...


Am Samstag haben wir Besuch von Uli, Tabea, Marion und Philippos bekommen. Eine nette und lustige Runde. Die ersten drei sind aus der Stuttgarter Nähe und Philippos ist ein Grieche. Uli und Philippos kennen sich aus Bukarest, weil die beiden grad ein Auslandssemester dort machen und Marion und Tabea sind auf Rumänien-Besuch. Wir haben also dann gestern nach dem Gottesdienst eine Touri-Tour durch den wichtigsten Teil Kronstadts gemacht und erwarten sie morgen wieder von einer Wanderung aus dem Bucegi-Gebirge zurück.


Letzte Woche haben Petra, Anja und Rebeca die Schließung der Villa Kunterbunt "gefeiert" bzw. sich von den Kindern verabschiedet. Wir waren auch dazu eingeladen und ich durfte mich sogar kreativ betätigen, wie das Bild hier unten zeigt.


Anja und Petra werden nach Deutschland zurückgehen und Rebeca wird sich mehr in anderen Bereichen bei PdF einbringen können. Vielleicht gibt es ja in ein bis zwei Jahren eine "Reunion", wer weiß? Jedenfalls haben die drei dort tolle Arbeit geleistet und wir werden sie vermissen.

Soweit mal das letzte Update von uns.
Einen nicht allzu heißen Nachmittag wünschen wir euch!!

Dienstag, 26. Juni 2012

Direktoren daheim, Urlaub vorbei, der Sommer kann kommen

Anfangs schien es ja fast unmöglich, alles bis zur Direktorenkonferenz fertig zu bekommen, und genau genommen haben wir auch nicht alles geschafft, aber so gut wie und sie wahren recht überrascht unsere Damen und Herren.

Aber mal alles der Reihe nach. Beim letzten mal haben wir euch ja geschrieben, dass wir mit dem Fliesenlegen und Laminatlegen fertig geworden sind. Danach kam dann eine Gruppe aus Meidelstetten auf der Schwäbischen Alb (wo auch Gabriel, Daniel und Daniel der ehemalige Zivi her sind) um uns beim Pflasterlegen zu helfen.

Vorher

Gemeinsam gings schnell vorwärts, hier am zweiten Tag

nur noch ein kleines Stück

Fertig

Und hier das ganze Team aus Meidelstetten

Doch es blieb nicht nur beim Pflasterlegen. Einer der Gruppe war Elektriker und so hat er sich unserer Einbauleuchten angenommen. Das war eine recht knifflige Arbeit, aber Holger und seine Helfer haben das sehr gut hinbekommen und uns war eine große Arbeit abgenommen. Außerdem wurde überall im Haus geputzt (Fenster, Türen usw.).
In der Woche oder besser gesagt den 4 Tagen zwischen der Abreise der Meidelstettener und der Ankunft der Direktoren (teilweise mit Ehefrauen oder gar der ganzen Familie) war dann großes Aufräumen und Putzen angesagt. Denn überall stand noch Werkzeug herum, gab es noch Bilder aufzuhängen und Farbreste zu entfernen, Betten zu beziehen und das Haus zu dekorieren und rund ums Haus jede Menge zu mähen.

Rechtzeitig zur Ankunft war dann auch so gut wie alles getan (außer den Tischen und dem Treppengeländer, aber das wäre wieder eine eigene Geschichte, die ich euch erspare, man regt sich nur dabei auf) und die Konferenz konnte beginnen. Es war eine ganz nette Zeit mit den Damen und Herren mit Ausflügen, Andachten, Gesprächen und natürlich Fußball schauen. Einen Tag waren wir auch zwei Kirchenburgen anschauen. Es war ein sehr heißer Tag und leider fiel die Klimaanlage des Reisebusses aus, was aber im Vergleich zur Fahrt am Tag drauf in einem Linienbus nach Brasov noch fast kühl war. Bei einer der Kirchenburg erwartete uns dann eine Besonderheit: Wir wurden von 9 Pferdewagen abgeholt und haben uns bei einem Köhler angeschaut wie man Holzkohle macht.

Die Damen und Herren Direktoren
die Karavanne zum Köhler
Unser Pferdewagen
Der Köhler erklärt worauf man achten muss
Nach der Konferenz sind dann Dagmar und ich erstmal zum Ausspannen ans Schwarze Meer nach Bulgarien gefahren. Es war super schön und bis zum letzten Tag konnten wir es wirklich genießen. Am letzten Tag wurde uns dann leider von einem Taschendieb die Tasche von den Strandliegen geklaut. 5 Tage lang war nie wirklich etwas in unserer Tasche. Doch am letzten Tag hatten wir uns entschlossen unsere Kamera mitzunehmen, um ein paar Bilder vom Strand zu machen. Tja leider können wir euch diese Bilder nicht zeigen ...

Bulgarien ist ein echt interessantes Land und die Hinfahrt war ein echtes Abenteuer, irgendwan standen wir in einem bulgarischen Dorf und entweder es gab keine Straßenschilder oder sie waren nur auf Kyrillisch geschrieben. Also hieß es sich durchzufragen. Aber auch das war nicht so einfach da unser Bulgarisch nicht das beste ist :-)
Gleichzeitig war es auch ein guter Test für unser neues Auto und ich bin sehr zufrieden, die 174 PS lassen sich nicht lumpen weder auf dem Land noch auf der Autobahn. Tempomat und Klima machen das Fahren angenehm und der verbrauch von 7,5 l ist für ein 2 t Fahrzeug auch nicht ganz schlecht.

Morgen wird es wieder laut bei uns. Seit zwei Tagen müssen wir uns schon langsam daran gewöhnen denn die Mitarbeiter des deutschen Jungscharlagers sind schon hier. Morgen kommen dann die knapp 110 Kinder.

Unser aktuelles Mitarbeiterteam mit Agnes und Kurt Schneck 
 
Vielen Dank, dass ihr in all der stressigen Zeit für uns und unser Team gebetet habt. Der Herr hat uns geholfen und wir gehen fest davon aus, dass er es weiterhin tun wird.
Euch wünschen wir noch eine gute Woche und verabschieden uns bis zum nächsten mal.